• Bild: Harzklinikum Aktuell
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Gesundheit braucht Kompetenz

12 Mai: Internationaler Tag der Pflege

Wir haben unseren Traumjob gefunden!

2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Jahr der Pflege erklärt. Am 12. Mai wird der Internationale Tag der Pflege begangen. Am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben sind insgesamt 974 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich tätig. Stellvertretend für sie alle berichten in dieser Woche fünf Kolleginnen und Kollegen, darunter auch auch der Lungenklinik Ballenstedt, die ebenfalls zum Unternehmensverbund des Harzklinikums gehört, über ihren Berufsalltag, über die schönen Momente in der Pflege, und ebenso über Dinge, die sie an ihrem Beruf stören. HEUTE: Gundula Kopp, Pflgedirektorin des Harzklinikums.
Frau Kopp, beschreiben Sie bitte Ihre Tätigkeit im Harzklinikum. Als Pflegedirektorin des Harzklinikums Dorothea Christiane Erxleben trage ich die Verantwortung für alle im Pflegedienst organisierten Kolleginnen und Kollegen in den drei Klinikstandorten in Blankenburg, Quedlinburg und Wernigerode. Mein Verantwortungsbereich umfasst dabei insgesamt 974 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in unserem Klinikverbund in immerhin 26 verschiedenen Berufsgruppen und Tätigkeiten arbeiten. Was für ein beachtlicher Querschnitt!
Was war als Kind Ihr größter Berufswunsch, haben Sie berufliche Vorbilder? In der Kindheit gab es wie gewiss bei den allermeisten wechselnde Traumberufe. Dann als Jugendliche – ich war beim DRK aktiv – entwickelte sich der Berufswunsch, als Krankenschwester zuarbeiten. Ein berufliches Vorbild für mich, da war ich bereits als Krankenschwester tätig, ist die Schweizer Ordensschwester Liliane Juchli. Sie hat die Entwicklung, Professionalisierung und Lehre der Pflege in den vergangenen vier Jahrzehnten in Europa entscheidend geprägt. Ich durfte diese charismatische Krankenschwester persönlich kennenlernen, eine beeindruckende und nachhaltige Begegnung. Was an Ihrer Tätigkeit erfüllt Sie mit besonderem Stolz? In den vielen Jahren meiner Leitungstätigkeit bin ich wirklich stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und die damit verbundenen notwendigen Veränderungsprozesse aktiv mitgestalten. Ich erlebe im Harzklinikum Kolleginnen und Kollegen, die engagiert und eigenverantwortlich tätig sind, die in ihren Teams vor allem das Wohl unserer Patienten im Blick haben – auf diese Weise auch uns als Krankenhaus weiter entwickeln Positiv ist auch, dass wir über einsatzbereite Klinikmitarbeiter verfügen, die als ausgebildete Kursleiter selbständig für ihre Kollegen und externe Interessenten Kurse wie beispielsweise Kinesthetics und Palliativpflege ausbilden. Dass es dafür auch von außen eine große Nachfrage gibt, zeugt von der Qualität und ist zugleich eine schöne Werbung für unser Haus. Besonders positiv für mich ist der 1. September, wenn wir in jedem Jahr an unserer Krankenpflegeschule die Auszubildenden als künftige Pflegefachleute begrüßen können. Und was stört Sie an Ihrem Beruf? Jede Medaille hat zwei Seiten, daher gibt es leider auch Dinge, die mich im Beruf stören: Da gibt es beispielsweise die notwendigen Auseinandersetzungen mit den Mitarbeitern, die für erforderliche Veränderungen nicht bereit sind, die beharrlich an alten Strukturen festhalten wollen. Doch gerade in der Pflege – von der Ausbildung über den Personalschlüssel bis zur Abrechnung mit den Krankenkassen – gibt es aktuell gleich einen Strauß von Veränderungen, auf die wir ganz selbstverständlich auch mit unseren Strukturen reagieren müssen. Dann ist es die Aufgabe von mir und unseren Pflegedienstleitungen für wirtschaftlichen Weitblick zu werben, gegen Ignoranz und Egoismus einzutreten. Zudem wünsche ich mir, dass es überall zum Alltag gehört, dass die Mitarbeiter aus der Pflege und dem ärztlichen Dienst kollegial und wertschätzend miteinander umgehen – also auf Augenhöhe. Davon profitieren übrigens auch unsere gemeinsamen Patienten. Frau Kopp, Sie möchten Ihren Beruf in Zukunft mit noch mehr Freude ausfüllen, was braucht es dazu? Dass nicht nur in diesen Tagen der Corona-Pandemie beteuert wird, wie unschätzbar wertvoll und unverzichtbar unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich für das Gesundheitssystem sind. Ich wünsche mir, dass die Pflegekräfte als Herzstück unseres Gesundheitssystem wahrgenommen werden. Herzliche Gesten sind zwar beeindruckend, doch alle Änderungen der Rahmenbedingungen sollten nachhaltig erfolgen. Die ersten richtigen Schritte dabei wurden vom Bundesgesundheitsministerium mit dem sogenannten Pflegestärkungsgesetz bereits auf den Weg gebracht. In diesen besonderen „Corona-Zeiten“ geraten die Pflegeberufe verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, das haben auch Sie gerade benannt: Es wird gemeinschaftlich geklatscht und gesungen, es gibt wirklich vielfältigste Formen der Anerkennung, des Dankes. Wie drückt sich für Sie als Pflegedirektorin eine angemessene Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege aus? Das ist vielschichtig: Dabei geht es beispielsweise um direkte Kommunikation, die motivierend, angstnehmend, anerkennend, wertschätzend ist. Wir müssen besser miteinander reden: zuhören, die Meinung des anderen respektieren, gemeinsam Lösungen entwickeln. Meinen größten Respekt für das vielfältige Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen zeige ich direkt, ich möchte dann möglichst viele dieser Kolleginnen und Kollegen persönlich erreichen. In den zurückliegenden Wochen haben sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innovativ und mit hoher Verantwortung in unsere KlinikOrganisation eingebracht – und das berufsgruppen- und stationsübergreifend – das erfüllt mich mit Stolz. Das ist auch ein sehr starkes Argument, wenn in der Krankenhausleitung durch mich die Interessen meiner Kolleginnen und Kollegen im Pflegedienst zu wahren sind. Biographisches: Gundula Kopp ist 62 Jahre, sie wohnt in Stiege. „Ich bin bereits vor 42 Jahren im Beruf der Krankenschwester in einem Fachkrankenhaus gestartet. Habe dann Erfahrungen in Bereichen wie einer Reha-Klinik und Altenpflegeeinrichtungen in kommunaler sowie privater Trägerschaft sammeln dürfen. Prägend war für mich die freiberufliche Tätigkeit als Gutachterin beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Meinen Abschluss zur Pflegedienstleitung absolvierte berufsbegleitend, ich habe mich auch zum Coach für Führungskräfte ausbilden lassen. 1999 startete ich als stellvertretende Pflegedienstleiterin im Quedlinburger Harzklinikum. 2013 wurde ich zur Pflegedienstleiterin berufen, und zum 1. Januar2020 wurde mir die Gesamtverantwortung für den Pflegedienst im Harzklinikum als Pflegedirektorin übertragen.“