• Bild: Harzklinikum Aktuell
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Gesundheit braucht Kompetenz

Charta zur Betreuung Schwerstkranker hat drei weitere Unterstützer im Harz

Harzklinikum, Diakonie-Krankenhaus und MVZ Harz unterzeichnen

Selbstverpflichtung zur Betreuung sterbender Patienten

Blankenburg. Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, das DiakonieKrankenhaus Harz und das Medizinische Zentrum Harz haben die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland unterzeichnet. Diese Charta setzt sich für jene Menschen ein, die angesichts einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit dem Sterben konfrontiert sind. Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospizund Palliativ-Verband und die Deutsche Ärztekammer. Das kommunale Harzklinikum und das Elbingeröder Diakonie-Krankenhaus haben vor einem Jahr mit der Lungenklinik Ballenstedt und dem gemeinsamen MVZ Medizinisches Zentrum Harz den Palliativ- und Hospizverbund Harz ins Leben gerufen. Dessen Ziele sind, die zahlreichen bereits bestehenden Angebote in den verschiedensten Einrichtungen miteinander zu verknüpfen und auszubauen sowie Ideen zu entwickeln, um weitere Betreuungsangebote zu schaffen. Im Kloster Michaelstein hat am 17. September die feierliche Unterzeichnung der Charta stattgefunden. Martin Montowski, Geschäftsführer des DiakonieKrankenhauses und des Medizinischen Zentrums Harz, betonte: „Wir setzen mit unseren Unterschriften heute ein bewusstes aktives Signal nach innen. In unseren Krankenhäusern, Praxen und Vereinen wollen wir stets die besten Optionen zum Nutzen für unsere schwerstkranken Patienten auswählen.“ Dafür müssen alle zusammenarbeiten, über gute Voraussetzungen verfügen wir bereits mit unserem Harzer Netzwerk in der Palliativversorgung. Dessen Koordinator Hans-Christoph Wisch hob das bereits Erreichte hervor: In Privathaushalten und Pflegeeinrichtungen im gesamten Harzkreis ist die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gewährleistet. Zu den Verbundaufgaben gehört, weitere Ärzte, Patienten und Angehörige, Pflegedienste und -einrichtungen über die bestehenden Angebote palliativer Therapie und Pflege zu informieren, die Zusammenarbeit von Ärzten in Krankenhäusern und in Praxen mit den Pflegediensten so zu stärken, dass sterbende Menschen die bestmögliche Behandlung und Betreuung erhalten. Natalie Römer ist in der Koordinierungsstelle für die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland tätig. Den knapp 35 Teilnehmern der Feststunde im Kloster Michaelstein schilderte sie das Werden und Wachsen der Charta von 2010 an bis heute als einen gesellschaftlichen Prozess. „Wir wollen im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern, Sterben, Tod und Trauer als Teil unseres Lebens zu begreifen. Allen Menschen in Deutschland soll ein gerechter Zugang zur würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende ermöglicht werden“, formulierte sie als Anspruch. Zugleich dankte Natalie Römer allen in der Palliativ- und Hospizversorgung im Harz tätigen Menschen für ihr wichtiges Engagement. Die Lungenklinik Ballenstedt hat die Charta bereits 2013 unterzeichnet. Verwaltungsdirektor Andrea Sokoll hat auf die dort in vielen Jahren erworbenen Erfahrungen in der Palliativmedizin verwiesen. Zugleich machte er darauf aufmerksam, dass die Tätigkeit ehrenamtlicher Helfer in den Hospizvereinen für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt sehr wichtig ist. Diese, so Andreas Sokoll, gilt es weiter zu stärken. Oda Musche leitet seit zwölf Jahren den Kurs zur Palliativ-Pflege am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben. Rückblickend kann die Pflegedienstleiterin einschätzen, dass die in Kliniken und Pflegediensten tätigen Krankenschwestern und –pfleger in diesen Kursen lernen, die oftmals mit einem Tabu versehenen Themen Leben – Sterben – Tod – Trauer für sich ganz persönlich neu zu reflektieren. Sie erwerben in dieser Fortbildung neben praktischem, juristischem und sozialem Wissen vor allem die Fähigkeit zur Kommunikation in einem äußerst emotionalen Bereich, der nicht nur Patienten und Angehörige, oftmals auch Ärzte und Pflegende herausfordert. Oda Musche: „Unser Kursziel ist erreicht, wenn alle betroffenen Patienten so unterstützt und begleitet werden können, dass sie ihre verbleibende Zeit des Lebens in größtmöglicher Autonomie und Würde erleben können.“

Britta Hegemann-Klauß für das Medizinische Zentrum Harz (links), Martin Montowski, Geschäftsführer des Diakonie-Krankenhauses Harz in Elbingerode, und Birgit Müller für das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben halten nach ihrer Unterschrift die Urkunde der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ in den Händen. Foto: Kerstin Eilers Harzklinikum