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Gesundheit braucht Kompetenz

Harzklinikum kooperiert im Netzwerk der Schlaganfall-Zentren

Wernigerode: In der Behandlung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall kann die Medizin in den vergangenen Jahren auf immense Fortschritte verweisen. Dr. Frank Dömges, Chefarzt der Wernigeröder Klinik für Neurologie am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben: „Das ist im Wesentlichen auf den frühen Einsatz von gerinnungsaktiven Substanzen zurückzuführen, die Blutgerinnsel auflösen können, die einen Gefäßverschluss verursachen, sowie der Existenz von sogenannten ‘Stroke Units‘." In diesen spezialisierten Schlaganfall-Stationen werden die Patienten von Fachärzten verschiedener Bereiche gemeinsam behandelt. Das zertifizierte Schlaganfallzentrum im Harzkreis befindet sich im Wernigeröder Harzklinikum. Ergänzend oder alternativ zur medikamentösen Therapie kann bei Patienten, bei denen als Folge des Verschlusses eines großen hirnversorgenden Blutgefäßes ein besonders schwerer Schlaganfall vorliegt, mit Hilfe eines Katheters das Blutgerinnsel durch ein drahtgeführtes Werkzeug meist vollständig entfernt werden. Dabei wird der Katheter von der Leiste bis in die Hirngefäße vorgeschoben. Dr. Frank Dömges: „In vielen Fällen kann so eine lebenslange schwere Behinderung oder der Tod des Patienten verhindert werden." Entscheidend dabei ist, dass die Therapie möglichst frühzeitig einsetzt. Da bislang nur wenige Krankenhäuser - meist Uni-Kliniken - in der Lage sind, Schlaganfall-Patienten jederzeit rund um die Uhr zu behandeln, ist es für regionale Krankenhäuser umso wichtiger, Kooperationen einzugehen. „Neben einer traditionell guten Kooperation mit den Universitätskliniken in Magdeburg und Halle ist unsere ‘Stroke Unit‘ in Wernigerode in ein neuro-vaskuläres Netzwerk eingebunden, das regionale Schlaganfall-Stationen aus der Harzregion und Südniedersachsen in Hildesheim, Nordhausen, Seesen und Wernigerode miteinander vernetzt", so der Chef der Neurologie am Harzklinikum. Thema des 2019er-Schlaganfall-Forums am Harzklinikum waren aktuelle Fortschritt in der akuten Schlaganfallbehandlung. Privat-Dozent Dr. Kai Kallenberg, Leiter der Neuroradiologie an der Schildautalklinik in Seesen, hat über die Behandlung potenziell lebensbedrohlicher Aussackungen der Gehirngefäße informiert. Platzen diese sogenannten Aneurysmen, kann das zu schweren Hirnblutungen führen. Mit Hilfe neuroradiologischer Eingriffe könne mittlerweile bei der Mehrzahl der Patienten auf eine offene neurochirurgische Gehirnoperation verzichtet werden, so der Referent. „Auch Patienten mit durch Sturz verursachten oder durch blutverdünnende Medikamente spontan begünstigten Einblutungen in die Hirnhäute, können von derartigen Behandlungsmethoden profitieren", erklärt Dr. Frank Dömges, der das Schlaganfall-Forum am Harzklinikum ausrichtet. Notärzte und Mitarbeiter der Rettungsdienste im Harzkreis haben sich jüngst im Wernigeröder Harzklinikum ebenfalls über die Behandlung in einem zertifizierten Schlaganfall-Zentrum informiert. Ziel dieser Fortbildungsveranstaltung war, die Notfallversorgung von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall weiter zu verbessern. Vor dem Hintergrund, dass die Behandlung nach einem Schlaganfall umso erfolgreicher ist, je schneller die Therapie beginnt, hat Chefarzt Dr. Frank Dömges vor den Ersthelfern erneut dafür geworben, diese Patienten sofort in ein Schlaganfall-Zentrum zu fahren. Für den Harzkreis bedeutet das, solche Patienten direkt in das Wernigeröder Harzklinikum einzuliefern.

Dr. Frank Dömges, Chefarzt der Klinik für Neurologie, informiert Notärzte und Mitarbeiter der Rettungsdienste aus dem Harzkreis über die bestmögliche Versorgung von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall in einem spezialisierten Schlaganfall-Zentrum wie es am Wernigeröder Harzklinikum besteht. Foto: Tom Koch/Harzklinikum