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Gesundheit braucht Kompetenz

Harzklinikum lädt herzlich Wernigeröderinnen und Wernigeröder am Dienstag, 18. Juni, 14 - 17 Uhr,zum Aktionstag Herzgesundheit auf dem Nicolaiplatz ein

Wernigerode: Im Rahmen der 2. Sachsen-Anhaltinischen Herzwoche “Trau Dich – Hilf wiederbeLEBEN!“ veranstaltet das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben am 18. Juni von 14 bis 17 Uhr auf dem Nicolaiplatz einen Aktionstag zum Thema Herzgesundheit und Wiederbelebung (Reanimation). Die Sterblichkeit auf Grund von Herzerkrankungen ist in Deutschland immer noch sehr hoch, wenngleich leicht rückläufig (37,2 %). In der Harzregion schneiden wir im bundesweiten Vergleich zudem mit am schlechtesten ab. Hier versterben überdurchschnittlich viele Menschen an Herzerkrankungen und plötzlichem Herztod. So leiden bundesweit rund 1,8 Millionen Menschen an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Diese Menschen sind besonders von einem plötzlichen Herztod bedroht; aber es kann jeden treffen! Mehr als 60.000 Menschen im Jahr versterben – meist außerhalb eines Krankenhauses - in Deutschland an einem plötzlichen Herzstillstand! Und nur knapp jede(r) 10. Herzpatient(in) überlebt ein solches Ereignis. Denn bei einem plötzlichen Herzstillstand kommt es innerhalb von 3 bis 5 Minuten zu irreversiblen Schäden besonders im Gehirn, WENN keine Herzdruckmassage durchgeführt wird! Man kann sagen: Mit jeder Minute, die vergeht, sinken die Chancen um rund 10 %, dass der betroffene Patient überleben kann! Das Notarzt-Rettungsteam benötigt hingegen durchschnittlich 8 bis 10 Minuten mit Alarmierung und Anfahrt zum Patienten. Bei einem Herzkreislaufstillstand ist dies oft zu lang. In ca. 50 % sind jedoch andere Personen anwesend und diese können durch eine sogenannte Laienreanimation die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungssystems ganz einfach überbrücken. Eine gut ausgeführte Laienreanimation in Form der Herzdruckmassage versorgt das Gehirn weiter mit Sauerstoff und erhöht deshalb die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten bis zum Vierfachen. Lange bildete Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Ländern in der Reanimationsquote – also der Anteil an Wiederbelebungen (Reanimationen), die bereits durch Laien begonnen wurden, bevor der Rettungsdienst eintrifft – das Schlusslicht. Aber es gibt berechtigten Grund zur Hoffnung. Die aktuelle vom Deutschen Reanimationsregister veröffentlichte Laienreanimationsquote für 2017 zeigt einen historischen Höchststand. ABER: Kein Grund sich auszuruhen, denn jedes Leben zählt! Und Übung baut Ängste und Stress ab, damit eine lebensrettende Laienreanimation zeitnahe begonnen werden kann! Deshalb bringt das Reanimationsteam unter Leitung von Angela Hoffmann (Geprüfte Reanimationsausbilderin nach den Kriterien des Europäischen Resuscitation Council (ESC) und des Deutschen Rates für Wiederbelebung) und Oberarzt Franz-Heribert Fingerhut (Facharzt für Herzkrankheiten und Notfallmedizin) insgesamt acht Puppen zur praktischen Wiederbelebungssimulation mit Zusatzhilfen mit. In der diesjährigen Aufklärungskampagne der 2. Herzwoche Sachsen-Anhalt können Besucher aber auch einen Rettungswagen (Deutsches Rotes Kreuz) besichtigen oder praktisch erproben, wie man mit Hilfe z. B. „sprechender halbautomatischer Defibrillatoren (Elektroimpulsabgeber)“, die oft an öffentlichen Plätzen extra für die Laienreanimation angebracht sind, lebensgefährlich stolpernde Herzen schnell und sicher wieder in den richtigen Rhythmus bringen kann.

„Wir wollen den Besuchern beim Aktionstag Herzgesundheit nicht nur theoretische Informationen rund ums Thema liefern, sondern sie dazu animieren, selbst etwas für die eigene Herzgesundheit zu tun.  Das menschliche Herz ist der Motor des Lebens und leistet Unvorstellbares. Bei einer durchschnittlichen Frequenz von 75 Schlägen pro Minute schlägt es täglich über 100.000 Mal. Umso wichtiger ist es, das Herz gesund zu halten, zu pflegen und Risikofaktoren im Auge zu behalten“, so Dr. Tom Schilling, Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Plakat 2. HERZWOCHE SACHSEN-ANHALT Trau Dich – Hilf wiederbeLeben! Foto: Kerstin Eilers / Harzklinikum