• Bild: Harzklinikum Aktuell
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Gesundheit braucht Kompetenz

Herzzentrum lockt mit begehbarem Modell, Vorträgen und Besichtigung

Großes Besucherinteresse an Quedlinburger Harzklinikum

Quedlinburg. Sogar der kräftige Herzschlag ist im großen Foyer des Quedlinburger Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben deutlich zu hören. Das begehbare Herzmodell ist ein Höhepunkt am Tag der offenen Tür, den das Herzzentrum Harz ausrichtet. Ärzte erläutern den zahlreichen Besuchern den Aufbau und die Funktionsweise des Herzens. Staunen gibt nicht nur über das beeindruckende Aussehen von Herzklappen, auch die modellhaften Darstellungen von Stent (ein Röhrchen, das Gefäße offenhält) und Bypass (hier eine operative Überbrückung von Engstellen der Herzgefäße) wissen optisch zu überzeugen. Auf Einladung des Harzklinikums nutzen die Klasse für Physiotherapie im zweiten Ausbildungsjahr an der Quedlinburger Berufsschule und die Klasse 17 – 2 aus dem Fachgymnasium Gesundheit die Möglichkeit, das Herzmodell zu besichtigen. Assistenzarzt Lars Brüser erläuterte den Mädchen und Jungen den anatomischen Aufbau des Herzens, das an jedem Tag Höchstleistungen vollbringt: Bei rund 80 000 Schlägen treibt es den gesamten menschlichen Kreislauf an und pumpt dabei durchschnittlich 7000 bis 10 000 Liter Blut pro Tag durch den Körper. Das faustgroße Organ transportiert somit lebenswichtigen Sauerstoff und Nährstoffe, schlägt statistisch bis zu 2,3 Milliarden Mal. Von großem Interesse ist an diesem Informationstag zur Herzgesundheit das Patientenforum: Dr. Sven Fischer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie, muss darüber sprechen, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt und ebenso im Harzkreis einer um 50 Prozent höheren Gefahr ausgesetzt sind, an den Folgen eines Herzinfarkts zu versterben. Die Menschen hier leben deutlich ungesünder, sind älter und – so warnt der Chefarzt – warteten viel zu lange, bis sie bei einem Herzinfarkt den Arzt rufen. Dr. Sven Fischer: „Spätestens, wenn die Herzschmerzen, der Druck in der Brust oder Scherzen bis in die Schulter 20 Minuten dauern, muss der Rettungsdienst angerufen werden.“ Aus seiner täglichen Praxis weiß er jedoch, dass manche Patienten erst nach zwei Stunden einen Arzt rufen. „Das ist selbstverständlich viel zu spät“, betont der Experte.
Die Leitende Oberärztin Dr. Daniela Selbig und Oberarzt Jens Fabian, beide aus der Quedlinburger Klinik für Innere Medizin/Kardiologie, informieren in ihren aufmerksam verfolgten Vorträgen über die medizinische Entwicklung von Herzschrittmachern und deren Einsetzen in den Körper sowie zum akuten Herzinfarkt. Ausgiebig beantworten die Mediziner anschließend die zahlreichen Besucherfragen.
Großes Interesse an diesem Tag der offenen Tür findet erneut das aufwändig modernisierte Herzkatherlabor des Harzklinikums mit verbessertem und strahlungsärmerem Röntgengerät und dem riesigen Monitor, der hochauflösende Bilder zeigt. Dort in den beiden Untersuchungsräumen werden jährlich bis zu 2500 Patienten behandelt, beispielsweise allein 500 Mal Herzschrittmacher oder Defibrillatoren eingesetzt. Für Notfälle wie den akuten Herzinfarkt steht ein Team in Quedlinburg ein Team aus sechs Ärzten und Schwestern 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zur Verfügung.
Chefarzt Dr. Sven Fischers Fazit zum Tag der offenen Tür: „Es ist wichtig, dass wir immer wieder die Patienten über die Gefahr von Herzerkrankungen informieren, über Vorsorgemöglichkeiten aufklären und unsere Behandlungsmöglichkeiten – auch im Verbund mit den Herzzentren in Coswig, Halle, Leipzig und Magdeburg – hinweisen. Daher war dieser gutbesuchte Tag der offenen Tür wieder ein voller Erfolg.“

Quedlinburger Berufsschüler, hier das 2. Ausbildungslehrjahr der Klasse Physiotherapie, haben sich im Harzklinikum von Assistenzarzt LarsBrüser das Herzmodell erläutern lassen

Dr. Sven Fischer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie, während des gut besuchten Patientenforums am Tag der offenen Tür im Herzzentrum Harz.

Heidemarie Steffen, die leitende Medizinisch-Technische Angestellte, erläutert Besuchern das in diesem Jahr modernisierte Herzkatheterlabor.